Familien

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In der Bergpredigt gibt Jesus Handlungsanweisungen wie menschliches Leben und menschliche Beziehungen gelingen können: Mt 5, 1 – 7,29

Die „Pädagogik Jesu“ beinhaltet Zusagen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Gegenseitiges Respektieren und Wertschätzen helfen eine positive Identität aufzubauen und das Selbstwertgefühl zu stärken. Andere zu lieben bedeutet, deren Größe und besonderen Wert zu entdecken und zu achten.

Jesus vertritt eine Pädagogik der „Aufwertung“ und nicht der „Bevormundung“. In seiner Interpretation der hebräischen Bibel will Jesus zur Geltung bringen, dass das Gesetz zur Entfaltung des Lebens dient und den Willen Gottes konkretisiert.

Die gesellschaftliche Entwicklung im Laufe der Menschheitsgeschichte beinhaltet zu jeder Zeit die Aufgabe dem Zusammenleben von Menschen konkrete Gestalt zu geben. Theologische Positionen und humanwissenschaftliche Erkenntnisse, wie die Familie ethisch zu bewerten ist, haben wesentlichen Einfluss genommen.

Im römisch-katholischen Verständnis gilt die traditionelle Familie, bestehend aus Mann-Frau-Kind(er), als von Gott eingesetzte Schöpfungsordnung, die unantastbar ist. Dem gegenüber wird aus humanwissenschaftlicher Sicht Familie im kulturgeschichtlichen Kontext als veränderbar und unterschiedlich gestaltbar definiert.

Die Altkatholische Kirche trägt sowohl der Botschaft Jesu als auch den sozialgeschichtlichen Veränderungen von Familie in der gegenwärtigen Zeit Rechnung. Sie nimmt die verschiedenen familiären Formen wahr: Familie im traditionellen Sinn; Patchwork-Familie, Lebensabschnitts-Familien, Familien mit gleichgeschlechtlich liebenden Erwachsenen, Alleinerziehende Mütter und Väter,…

Die Familienpastoral der Altkatholischen Kirche definiert Familie daher folgendermaßen:

  1. Familie ist ein Ort an dem sich Gottes Schöpfungswerk vollzieht.
  2. Familie ist der Ort an dem Kinder zu beziehungsfähigen und liebesfähigen Menschen heranreifen.
  3. Familie ist ein Ort an dem Konflikte und Probleme ausgetragen und gelöst werden, ohne den Einzelnen oder das Ganze zu zerstören.
  4. Familie ist ein Ort an dem angstfreies Geben und einander bedingungslos Annehmen eingeübt wird.
  5. Familie ist ein Ort an dem Menschen miteinander und aneinander reifen.
  6. Familie ist ein Ort an dem die individuellen und sozialen Kompetenzen gefördert werden.
  7. Familie ist der Ort an dem das Einander-Loslassen und sich Trennen gewaltfrei vollzogen werden kann.

Die Altkatholische Kirche möchte Familien eine Beheimatung geben und auf ihre Bedürfnisse abgestimmt liturgische (Spezielle Gottesdienste, Andachten und Meditationen,…), sakramentale (Hochzeit, Taufe, Erstabendmahl, Firmung,…) und außerliturgische Angebote (Gesprächsrunden, Selbsthilfegruppen, Freizeitaktivitäten,…) anbieten.

Quellen: Siehe Literaturliste. Bitte beachten Sie, dass in altkatholischen Gemeinden möglicherweise unterschiedliche Begriffe, Traditionen und Schwerpunkte vorzufinden sind. Senden Sie uns Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

© Altkatholische Kirche Österreichs, 2017

Idee, Konzeption und Design: Bacc.phil., Dipl. Sozialpäd. (FH), Mag.theol. Hannes Dämon